Jahrestreffen der Kultur organisierenden Organisationen

Wenn sich die Kultur veranstaltenden Organisatoren im wunderbaren Ambiente des Herminenkellers in Ossingen zum bereits traditionellen Austausch treffen, müsste dieser eigentlich voll sein. Wenn die Vorankündigung des Termins bereits anfangs Jahr erfolgte, die Einladung im August verschickt wurde und dann von über 30 Organisationen und Gemeinden nur gerade fünf erscheinen, wenn angemeldete Gemeinderäte als Vertreter der Kulturkommissionen einfach nicht auftauchen, dann muss dies zum Nachdenken animieren.

Hätten nicht die liebevollen Organisatoren des Gemeindevereins Ossingen unter ihrer Präsidentin Daniela Baur so zahlreich teilgenommen, dann wäre der einmalige Herminenkeller fast leer gewesen. Schade, denn der Abend wurde trotz allem zu einem Erfolg.

Haben Sie schon einmal eine «Kalte Ente» als Begrüssungstrunk geniessen können? Es lohnt sich (Rezepte für diesen Mix aus Süssmost, Mineral und Zitrone findet man zuhauf). Der Auftakt war geglückt und schon in ihrer Begrüssung konnte Daniela Baur auf die vielfältigen Tätigkeiten des bald 50 Jahre alt werdenden Vereins hinweisen. Der anwesende Ossinger Gemeinderat Fredi Hablützel betonte mit einer lobenden Zwischenbemerkung, dass die Gemeinde kaum je um Unterstützung angegangen wird, nicht einmal beim so beliebten und erfolgreichen Bauernmarkt. «Die organisieren alles selbstständig!» Der Ossinger Gemeindeverein wird im Winterhalbjahr über 15 Anlässe durchführen, darunter die Adventsfenster, die irischen Nächte und einen «Politkafi» zum Austausch über Projekte der Gemeinde. Im Sommer findet traditionell der Besuch des Theaters des Kantons Zürich mit einer Freilichtaufführung im Weiler Hausen und natürlich auch wieder der 14tägliche Bauernmarkt statt.

Felix Juchler, Vorstandsmitglied des mitorganisierenden Vereins ProWeinland, verwies auf die in diesem Jahr erfolgreich durchgeführten, von Experten begleiteten Entdeckungsreisen in verschiedenen Gemeinden und zu verschiedenen spannenden historischen Bauten der Region. Der Erfolg, besonders auch des schweizerischen Mühletages in Andelfingen, ermuntert ProWeinland, solche Veranstaltungen auch 2020 vermehrt durchzuführen. Dazu braucht es aber Anregungen und die Initiative der lokalen Vereine.

Nach dem ganz im Zeichen von Ferdy Kübler stehenden Jahr, soll in Marthalen wieder Neues Platz finden. Eine spannende Idee präsentierte Alexandra Herter vom Verein Dorfläbe: Anstelle der vielerorts traditionellen Adventsfenster will der Verein Grillabende organisieren, die nach dem gleichen Prinzip stattfinden werden wie die Adventsfenster. Man besucht mit dem eigenen Grillgut einen der aufgelisteten Grills und geniesst einen schönen Abend mit Bekannten und Unbekannten. 2020 soll auch ein Streetfood-Festival mit Genusstagen durchgeführt werden.

Es ist nichts Neues, dass im Zürcher Weinland einiges läuft. Auch die Vertreter der anderen Vereine (VV Andelfingen, Konzertverein Andelfingen und Dorfverein Aesch) bereiten für ihre Einwohner zahlreiche Aktivitäten vor, die auf den jeweiligen Websites und auf www.zuercher-weinland.ch ersichtlich sind.

Damit die Aufzählung der unzähligen geplanten Veranstaltungen nicht langweilig wurde, dafür sorgte der Winterthurer Dr. phil. Kurt Spiess, der sich seit dem Übertritt in die Rente als «Geschichtenerzähler» einen Namen gemacht hat. Für die Tagung in Ossingen wählte er passend das Thema «Ursula Tachsenhauserin – Ein Hexenprozess», die er häppchenweise zum Besten gab.  Trachsenhausen war ein kleiner Weiler bei Ossingen. Die Geschichte der bemitleidenswerten Frau fand im 15. Jahrhundert statt. Die Witwe des Hans Dünki selig wurde 1574 in Zürich als Hexe verbrannt – vor allem, weil «man» Angst vor der armen Seele hatte.

 

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