6. Runder Tisch des Berufsbildungsforums Bezirk Andelfingen

Am bereits sechsten Runden Tisch des von ProWeinland geführten Berufsbildungsforums des Bezirks Andelfingen (BBFA) standen drei Themen im Mittelpunkt: Der traditionelle Rückblick auf die Berufsbesichtigungen im Frühling, eine Präsentation zur Integrationsvorlehre und ein Erfahrungsaustausch zum Projekt LIFT der Schule Flaachtal.

Nach der Begrüssung durch Präsident Kurt Schüpbach konnte ProWeinland-Administratorin Brigitte Huggel erneut erfreuliche Zahlen zu den Berufsbesichtigungen der Schüler der 8. Klasse liefern. In 59 Betrieben konnten 72 Berufe kennengelernt werden und dies an 193 Terminen jeweils an den freien Mittwochnachmittagen von Ende Januar bis Mitte April. Das Feedback der Firmen war grundsätzlich positiv, zeigten die Schülerinnen und Schüler doch mehrheitlich starkes Interesse. Aber die Angebote werden sehr unterschiedlich genutzt: So hatte die ZKB 26 Jugendliche an den Besuchstagen, Sanitär Fink dagegen nur zwei, die gemäss Lukas Fink aber qualitativ sehr gut waren und beide eine Schnupperwoche absolvieren.

Erfolgsmodell Integrationsvorlehre
Ursula Grimm, Berufsberaterin beim biz Winterthur und BBFA-Vorstandsmitglied, informierte über das nationale Pilotprojekt einer einjährigen Integrationsvorlehre für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene mit dem anschliessenden Einstieg in eine Lehre. Nicht nur in Winterthur war diese Vorlehre bereits im ersten Jahr (2018) ein Erfolgsmodell, zeigten sich doch die Kandidierenden mehrheitlich äusserst motiviert und sehr arbeitswillig. In den 1 bis 2 fixen Schultagen erhalten sie zusätzliche Unterstützung, v. a. in Deutsch und Mathematik und haben dank intensiven Gesprächen und Eignungstest gute Vermittlungschancen. Ein Grossteil dieser Kandidaten kann nach der Vorlehre auch die EBA- bzw. EFZ-Ausbildung im selben Betrieb absolvieren.

In einem Austausch zwischen Matt Frey (Sekundarlehrer Flaach) und Peter Bart (Elektro Blessing) wurde von den Erfahrungen mit dem Projekt Lift berichtet. Das Jugendprojekt LIFT (Leistungsfähig durch individuelle Förderung und praktische Tätigkeit) will die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen mit erschwerter Ausgangslage positiv beeinflussen – sie sollen dabei unterstützt werden, sich gut auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Wichtig ist dabei, dass Eltern, Lehrer und der Schulsozialdienst von Anfang an mit eingebunden sind und die Schülerinnen und Schüler freiwillig mitmachen. Bart als Wochenarbeitsplatz-Anbieter (WAP) machte die erfreuliche Erfahrung, dass die Schüler im Lauf der Zeit immer selbstbewusster und ehrgeiziger werden. Für sie ist die WAP-Bewertung sehr wichtig, hilft doch ein gutes Zeugnis (Bewertung der Sozialkompetenz) bei der Lehrstellensuche. Für Matt Frey sind die gemachten Erfahrungen während der 12-wöchigen LIFT-Einsätze für die Schüler von unbezahlbarem Wert. Vor- bzw. Nachbearbeitungen mit dem LIFT-Trainer in der Schule würde dazu beitragen, dass der Schüler u. a auch an Persönlichkeit und Reife gewinnt. ÜBRIGENS: Fast alle LIFT-Absolventen aus der Sekundarschule Flaachtal haben eine Lehrstelle gefunden.

 

Bericht der Andelfinger Zeitung

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