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Wo steht das Weinland heute? (Stand 2007)

  • Das Zürcher Weinland wird in der Öffentlichkeit nicht oder nur bruchstückhaft als Ausflugs-, Wirtschafts- und Wohnregion wahrgenommen
  • Die regionale Bevölkerung, das Gewerbe aber auch die Gastronomie des Zürcher Weinlands profitieren nur unwesentlich von einem der bekanntesten Europäischen Ausflugszielen – dem „Schaffhauser“ Rheinfall

  • Bevölkerung, Kulturangebote, Gewerbe und Freizeitangebote im Zürcher Weinland sind nicht oder nur wenig vernetzt

  • das Zürcher Weinland bietet ideale Voraussetzung (Vernetzung, Topografie, Distanzen) für Freizeitangebote ist aber als eigenständige Region schwach positioniert

Entstehung und Idee

Für einen Kantonsrat, eine Kantonsrätin ist es eine noble Aufgabe, den eigenen Bezirk zu vertreten. Schon früh habe ich aber im «fernen» Zürich gemerkt, dass die Wahrnehmung des Zürcher Weinlandes in der Aussensicht in keiner Art und Weise mit unserer inneren zusammenpasst. Während für uns das Weinland attraktiver Wohnund Lebensraum mit intakter Landschaft, überschaubaren  Dörfern und sozialen Kontakten in Verein und Behörde bedeutet, weiss der Rest des Kantons nicht recht, wo er uns auf der Landkarte finden sollte, und zeichnet ein hinterwäldlerisches Bild von uns.


Diese abschätzige Haltung verleitet dazu, unserer Region wenig Wertschätzung entgegenzubringen. Die tiefen Landpreise und die kleine Bevölkerungsdichte verleiten zudem, auf unseren Bezirk zuzugreifen. Am meisten erschreckt haben mich nun die Äusserungen zu einer zusätzlichen Strassen ader West-Ost, die unser Weinland zu einer Autobahnkreuzung verkommen liesse. Die Pläne dieser A 98 liegen seit Jahren in den Schubladen und hängen wie ein Damoklesschwert über uns. Auch die nachlässige Haltung dem Rheinfall und der Klosteranlage in Rheinau gegenüber haben mich sehr erstaunt.
Anstatt sich nun immer für seine Region zu wehren, gibt es eine bessere, proaktive Art. Wir selber, wir Weinländer und Weinländerinnen, müssen selbstbewusst und stark unsere Marke Weinland gegen aussen vertreten. Nur Landschaften, die man kennen und schätzen gelernt hat, weiss man auch zu achten und zu schützen. Das heisst, dass es unsere Pflicht ist, unser Weinland zu vernetzen, zu stärken und besser bekannt zu machen.

Aus dieser Idee ist «ProWeinland» entstanden und wurde 2005 am Rheinfall mit Anita Simioni, Matthias Knill aus Uhwiesen und Markus Lütscher aus Trüllikon aus der Taufe gehoben. Bald schon wirkte die Idee ansteckend. René Donzé, Marthalen, Stephan Loretan, Andelfingen, und Nadine Strasser aus Uhwiesen stiessen dazu. Abgerundet wurde die zukunftsorientierte Spurgruppe von den Gemeindepräsidenten Martin Farner, Oberstammheim, und Werner Künzle aus Feuerthalen. Eine attraktive Homepage wurde in verdankenswerter Weise von Dominik Frey, Marthalen, gestaltet. Wir alle sind überzeugt von der Idee, unser Weinland zu stärken und in seinem guten Licht ins Bewusstsein der Zürcher Bevölkerung zu rücken. Aber auch für uns selber soll unser Wohnraum attraktiv sein und bleiben, um sich massvoll und nachhaltig entwickeln zu können.

Daraus ist die Zukunftskonferenz gewachsen, in der die Weinländer Bevölkerung selber bestimmte, in welche Richtung die Bewegung gehen soll. Fünf Arbeitsgruppen sind seit dem 15. September unterwegs und heissen Geschäftsstelle, Wirtschaftsförderung, Kulturgruppe, Energieforum und sanfter Tourismus. Die Resultate all dieser vielen Arbeitsstunden von Persönlichkeiten, die sich in ihrer Freizeit dem Weinland und der Gestaltung der Zukunft verschrieben haben, sollen an der Ergebniskonferenz unter professioneller Moderation (Hannes Hinnen, Frischer Wind) am 15. März 2008 vorgestellt werden. Als Gäste werden die Mitglieder der Zukunftskonferenz und weitere Interessierte eingeladen sein. Ziel ist es, gemeinsam den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft zu finden.