Roundtable des Berufsbildungsforums Andelfingen

Auf dem richtigen Weg...

In Berg am Irchel traf sich das von ProWeinland geführte Berufsbildungsforum Andelfingen (BBFA) mit den eingeladenen Vertretern von Gewerbe und Schule zum jährlichen Informations- und Gedankenaustausch. Rund dreissig Personen konnten von Präsident Kurt Schüpbach an der schon bald traditionellen Veranstaltung begrüsst werden.


Die zwischen Januar und April 2016 vom BBFA durchgeführten Berufsbesichtigungen standen im Mittelpunkt der Ausführungen der administrativen Leiterin Brigitte Huggel. 63 Betriebe stellten sich für diese Besichtigungsnachmittage zur Verfügung, an denen es darum geht, den Jugendlichen unterschiedliche Berufe näher zu bringen. Insgesamt bekamen die Schülerinnen und Schüler Einblick in 72 verschiedene Berufe, die an 179 Terminen präsentiert wurden. Fast 80 Prozent der Betriebe haben den Nachmittag in positiver Erinnerung, 73 Prozent der Schülerinnen und Schüler zeigten ein sehr starkes oder starkes Interesse. 


Zwei Punkte, denen in der Zukunft grössere Beachtung geschenkt werden muss, sind einerseits ein grösseres und/oder klarer definiertes Angebot für die Jugendlichen, welche die Sek B/C besuchen. Ein typisches Beispiel lieferte dazu in der Diskussion Valentino Russo vom gleichnamigen Gipsergeschäft, das kaufmännische und handwerkliche Besichtigungsnachmittage anbot. „Die KV-Besichtigungen waren immer voll, die Handwerklichen (z.B. Gipser) fanden nur wenig Anklang. Dabei wäre genau das ein toller Beruf für einen Sek-B/C-Schüler“, so Russo. Das mag auch damit zusammenhängen, dass leider – das ist der zweite Punkte, der schon vor einem Jahr festgestellt wurde – viele Eltern ihren Kindern „etwas besseres“ als eine handwerkliche Ausbildung geradezu aufdrängen. Diese Einstellung zu verändern ist eine grosse Aufgabe für alle Beteiligten.


Der Fahrstuhl nach oben …
… ist nicht besetzt, wie es einst Hazy Osterwald (†2012) sang. Sicher nicht für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Flaach, welche am Projekt „LIFT“ teilnehmen konnten. Sandra Buchmann, die Klassenlehrerin der Projektklasse der 1. Oberstufe der Sekundarschule Flaach, hatte zu Beginn des jetzigen Schuljahres das Projekt den Eltern präsentiert und erhielt grosse Unterstützung. Lift (engl. Anheben) soll es Schülern mit erschwerter Ausgangslage erleichtern, den Einstieg ins Berufsleben zu finden. Während dreimal drei Monaten arbeiten die Schüler an ihrem freien Mittwochnachmittag einige Stunden in einem regionalen Unternehmen. Sie verrichten einfache Arbeiten nach Instruktion und erhalten dafür eine kleine Entschädigung. 


Ziel ist die Förderung von Sozial- und Selbstkompetenz und die Stärkung des Selbstwertes durch Erfolgserlebnisse. Die in Flaach gemachten Erfahrungen umschreibt Buchmann sehr positiv. Dank der freiwilligen Teilnahme und der Unterstützung der Eltern kam es zu keinen Absenzen. Die Schüler sind sehr motiviert und die schulischen Leistungen haben sich trotz der grösseren Belastung verbessert. Das begleitende Punktesystem ist dazu sicher ein Anreiz. Was besonders hervorgehoben gehört: Allfällige Schwierigkeiten werden in der Schule abgefangen und die Schüler suchen gemeinsam nach Lösungen.
Neben diesen praktischen Arbeiten bilden auch die sogenannten Module einen wichtigen Aspekt der Vorbereitung auf das Berufsleben. Scheinbare Kleinigkeiten wie Telefongespräche üben, Benimmregeln kennenlernen oder Zuverlässigkeit trainieren werden geübt und in der Gruppe analysiert. Buchmann betonte, dass ohne den Einsatz der beteiligten Betriebe und der Unterstützung von BBFA und ProWeinland (mit den richtigen Verbindungen zum Gewerbe) die Schule Flaach dieses – jetzt erfolgreiche – Projekt nie hätte starten können.

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