Energieregion - Phase 1 erfolgreich abgeschlossen

Klug ist, wer mitgemacht hat: So könnte man die Ergebnisse der eben abgeschlossenen Phase 1 des vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstützten Projektes „Energieregion Zürcher Weinland“ auf einen kurzen Nenner bringen. Den elf mitmachenden Gemeinden Benken, Dachsen, Laufen-Uhwiesen, Marthalen, Oberstammheim, Ossingen, Rheinau, Trüllikon, Truttikon, Unterstammheim und Waltalingen entstanden weniger Kosten als sie an Beratungsleistungen erhalten haben. Dieser Wert ist in praktisch jeder Gemeinde doppelt so gross wie der Beitrag an den Trägerverein.

Durch die begleitenden Fachberater der Leuenberger Energie- und Umweltprojekte GmbH (Leupro) in Zürich wurde eine aussagekräftige Energie-Bilanz pro Gemeinde und für die ganze Projektregion – und daraus abgeleitet eine Potentialanalyse - erstellt. Im Wesentlichen kann festgehalten werden, dass im Zürcher Weinland Heizöl bei der Wärmeerzeugung weiterhin die Hauptrolle spielt, dezentrale Holzheizungen und Holzwärmeverbunde aber ebenfalls sehr wichtig sind. Die Mobilität ist für mehr als einen Drittel des Gesamtenergieverbrauchs und für fast zwei Drittel des CO2-Ausstosses in der Region verantwortlich! 
Das Potenzial für eine autonome und erneuerbare Wärmeversorgung über die ganze Region ist fast doppelt so hoch wie die Nachfrage in Zukunft sein wird. Beispielsweise durch Effizienzmassnahmen wie energetische Gebäudesanierungen können etwa zwei Drittel des aktuellen Wärmeverbrauchs eingespart werden. Die grössten lokalen Potenziale, die noch vermehrt genutzt werden können, sind Wärmeenergie aus Holz, Sonne, Bioabfällen und oberflächennaher Geothermie (Erdsonden). Durch die Nutzung der Wasserkraft aus dem Rhein wäre die Region bei der Stromversorgung theoretisch autonom. Die Wertschöpfung in der Region durch den regionalen Energieverbrauch ist mit 41% bereits relativ hoch, könnte aber durch die vermehrte Nutzung von lokalen Potenzialen noch auf 54% gesteigert werden.

 

Fünf Projekte für Phase 2
Die anfangs Jahr in Marthalen durchgeführte Informationsveranstaltung über die energetische Sanierung von Häusern und die Möglichkeit dafür Fördergelder zu erhalten war ein Erfolg und soll in Dachsen/Laufen-Uhwiesen und in Ossingen/Truttikon wiederholt werden.
Die Bevölkerung wird laufend zum Energiesparen aufgerufen werden. Dazu hat ProWeinland in den vergangenen Jahren 21 Energie-Spartipps erarbeitet und den Gemeinden zur Publikation zur Verfügung gestellt. Diese für alle kostenlosen Tipps sollen weitergeführt und noch breiter (zum Beispiel in den Medien) gestreut werden.
Nach dem Motto „jede Solarzelle zählt“ stehen Interessierten bei den Gemeinden gemeinschaftliche Finanzierungs- und Betriebsmodelle zur Verfügung, um die Möglichkeiten der Photovoltaikanlagen optimal nutzen zu können. Man erinnert sich gerne an die Aktion „100 Solardächer jetzt“, die ProWeinland vor ein paar Jahren mit grossem Erfolg organisiert hat und damit rund 3 Millionen Franken Wertschöpfung in die Region brachte.
Bei den Holzschnitzel-Wärmeverbunden könnte mit einer regional koordinierten Brennstoffversorgung (Holzschnitzel, Bewirtschaftung der Lager) und Entsorgung der Asche, die Wirtschaftlichkeit und das Energieholz-Potential besser genutzt werden. Als Erstes werden dazu die genauen Bedürfnisse der einzelnen Betreiber von Wärmeverbunden abgeklärt.
Die an den Besprechungen teilnehmenden Gemeindevertreter haben sich darauf geeinigt, neu der Bevölkerung die kostenlose Erstberatung durch einen Spezialisten anbieten zu wollen. Die Finanzierung würde über Leistungen geregelt, welche die Gemeinde als Mitglied des Trägervereins Energiestadt erhält. 

 

Der neue Fahrplan
Am neuen Unterstützungsprogramm des BFE (Start Juli 2016) kann auch die Energieregion Zürcher Weinland teilnehmen. Es soll mehrere Jahre dauern und so eine gewisse Planungssicherheit bieten. Dazu ist von den Gemeinden/Regionen mit dem BFE eine Zielvereinbarung abzuschliessen. Das neue Konzept soll möglichst viele Synergien für die Verteilung der Fördergelder schaffen, wird doch das BFE maximal vierzig Prozent des regionalen Projektes finanzieren.
Die von ProWeinland in enger Zusammenarbeit mit Leupro geleitete Projektgruppe wird dafür sorgen, dass mit den Gemeinden eine verbindliche Abmachung über mehrere Jahre getroffen werden kann.

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